1960-1980: Die Ära Weißenborn

Mit der Ernennung Günther Weißenborns zum musikalischen Gesamtleiter im Jahre 1960 begann auch eine erste glanzvolle Ära der Göttinger Händel-Festspiele nach dem Kriege. Dem Pianisten und gesuchten Liedbegleiter gelang es dank seiner internationalen Kontakte, klingende Namen nach Göttingen zu holen: so waren die junge Montserrat Caballé, Theo Altmeyer, Kurt Equiluz, Frans Brüggen, Hermann Prey, Agnes Giebel oder Dietrich Fischer-Dieskau bei den Festspielen zu erleben. Bereits im ersten Jahr seiner Tätigkeit brachte Weißenborn die Oper Ariodante in Originalfassung auf die Bühne, ebenso wie eine szenische Fassung des Oratoriums Belsazar.

Im Sommer 1950 hatte Weißenborn als Nachfolger Fritz Lehmanns die musikalische Leitung des Orchesters am Göttinger Stadttheater übernommen, das als neu gegründetes Deutsches Theater unter Heinz Hilpert sich vornehmlich in den Sparten Schauspiel und Ballett präsentierte. Nach nur einer Spielzeit musste sich das Theater aus finanziellen Gründen von der Sparte Musik trennen – und damit auch von seinem Orchester. Dank des Einsatzes von Günther Weißenborn gelang es aber, dieses Orchester als Göttinger Symphonieorchester neu zu formieren und damit vor der Auflösung zu bewahren. Bis 1957 haben Weißenborn und das Göttinger Symphonieorchester zusammengearbeitet, ab 1960 dann sporadisch wieder bei den Göttinger Händel-Festspielen.